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Quintessence International 2018/04, S. 325 ff.


Ist die freiberufliche unabhängige Zahnarztpraxis in Gefahr? Formen zahnärztlicher Berufsausübung in der Europäischen Regional Organisation (ERO) der FDI World Dental Federation
Wolf, Thomas Gerhard / Seeberger, Gerhard Konrad / Callaway, Angelika / Briseño-Marroquín, Benjamín / Rusca, Philippe / Frank, Michael / Otterbach, Ernst-Jürgen
Ziel: Ein Trend zunehmend neuer Formen zahnärztlicher Berufsausübung in der FDI World Dental Federation kann beobachtet werden. Elementare Grundlagen wie die freie Zahn(-Arzt)- und Therapiewahl und die unabhängige, freiberufliche, selbständige Berufsausübung können untergraben werden. Die aktuelle Studie zielt auf eine Analyse der allgemeinen Rahmenbedingungen der Ausbildung, die Organisation und die Art der zahnärztlichen Berufsausübung in der Europäischen Regional Organisation (ERO) ab, die hinsichtlich aktueller Veränderungen im zahnärztlichen Beruf kritisch diskutiert werden soll.
Materialien und Methode: Ein Fragebogen der EROArbeitsgruppe "Liberal Dental Practice" wurde entwickelt. Es wurden Informationen über zahnmedizinische Fakultäten, Berufsverbände, Regulierungen der zahnärztlichen Berufsausübung und ambulanten zahnärztlichen Gesundheitszentren gesammelt und analysiert.
Ergebnisse: Die selbständige Zahnarztpraxis ist die häufigste Form der Berufsausübung (51,7%). 72,7% der Zahnärzte ist es erlaubt, unmittelbar nach dem Abschluss selbständig zu arbeiten. Etwa ein Drittel ist durch Pflichtmitgliedschaft organisiert in Kammern/Berufsverbänden. Die Zahnarzt-Dichte hat einen Mittelwert von 1.570 Einwohner pro Zahnarzt. In den meisten Ländern gibt es keine Sonderregeln für die Gründung von zahnärztlichen ambulanten Gesundheitszentren (MVZ). In den insgesamt 353 Universitäten der ERO-Länder werden 16.619 Zahnärzte pro Jahr ausgebildet, ein Trend zu einem höheren Anteil an weiblichen Studierenden ist zu erkennen (63%).
Schlussfolgerungen: Trotz moderner Formen zahnärztlicher Berufsausübung, sollte die Charta der Freien Berufe (CED et al., 2013) respektiert und dabei die ethischen Grundsätze berücksichtigt werden. Der Kommerzialisierung des zahnärztlichen Berufs kann entgegen gewirkt werden, indem die ethischen Grundsätze festgelegt und befolgt werden; nur so kann die Qualität der Mundgesundheitsversorgung ohne den Einfluss Dritter gewährleistet werden.

Schlagwörter: Europa, freiberufliche Zahnarztpraxis, moderne Formen der Berufsausübung, Mundgesundheitspolitik, Trends der zahnärztlichen Berufsausübung